Die jüngsten Maßnahmen von Apple im AppStore-Katalog zeigen unmissverständlich, dass Unternehmen über die Entwicklung von Web-Apps anstelle klassischer Anwendungen nachdenken sollten.
Web-Apps sind mobile Anwendungen, die über den Browser funktionieren, sich dabei aber visuell nicht von gewöhnlichen Apps unterscheiden (sie öffnen sich ohne Browserleiste). Im Wesentlichen handelt es sich um die mobile Version einer Website, der ein Service Worker hinzugefügt wird, der die Vorteile einer klassischen Anwendung umsetzt (Interaktion mit anderen Apps, Push-Benachrichtigungen und Offline-Betrieb).
Dabei benötigt sie keine zusätzliche Unterstützung (alle Änderungen auf der Website werden auch in der PWA angezeigt), sie erfordert keinen Download und belegt keinen Speicherplatz (der Nutzer lädt nur ein Symbol mit einem Link zur mobilen Website herunter) und wird von Suchmaschinen indexiert (da sie eine mobile Version der Website bleibt).

Und im Jahr 2021 könnten PWA (Progressive Web Apps) klassische Anwendungen im AppStore noch stärker verdrängen. Zu Beginn des Jahres 2021 gab es gleich mehrere bemerkenswerte Änderungen, die solche Aussagen ermöglichen:
Bei den meisten Sperrungen und Ablehnungen berief sich Apple auf Punkt 4.2.6 der Richtlinien zur App-Überprüfung im AppStore, der besagt, dass „Apps, die auf der Grundlage einer kommerziellen Vorlage oder eines App-Erstellungsdienstes erstellt wurden, abgelehnt werden“. Apple sagt unmissverständlich, dass sie im AppStore keine Apps sehen möchten, die auf Vorlagen basieren und über die „Zwischenschicht“ einer anderen Anwendung funktionieren.

Apple hat bestätigt, dass im Katalog veröffentlichte Apps eigenständig sein müssen und nicht auf Drittanbieter-Code zurückgreifen dürfen, um zu funktionieren.
Unter Berufung auf Punkt 4.2.6 hat Apple eine ganze Reihe von Kopier-Apps, betrügerischen, verwaisten oder fehlerhaft funktionierenden Anwendungen gesperrt. Im Wesentlichen wurde dieser Punkt zu einem universellen Bereinigungswerkzeug.
Das bedeutet nicht, dass Apps auf Ionic oder React Native nun „gesetzlos“ sind. Bereits hinzugefügten und korrekt gestalteten Programmen droht wahrscheinlich nichts. Aber Unternehmen, die planen, Vorlagenlösungen zu nutzen, sollten wissen, dass es einen formalen Grund für eine Ablehnung durch den AppStore gibt.
„Ihre App muss wie eine App aussehen“ – genau diese Formulierung verwendet Apple in seinen Richtlinien. Kann eine Formulierung noch vager sein? Wahrscheinlich ist damit der Punkt über die umgestaltete Website gemeint, der wie folgt lautet: „Apps, die auf der Grundlage einer kommerziellen Vorlage oder eines App-Erstellungsdienstes erstellt wurden, werden abgelehnt“.

Auf den ersten Blick könnte es scheinen, dass Apple gegen Apps ist, die die Funktionalität und den Inhalt von Websites vollständig duplizieren. Aber das ist keine Bedrohung für neue Browser-Apps, sondern im Gegenteil eine Unterstützung. Apple deutet sehr unmissverständlich an, dass Apps einen von der Website oder dem Webdienst getrennten Mehrwert bieten müssen. Und wenn ein Entwicklerunternehmen die Website duplizieren muss, sollte dies genau über Web-App-Technologien erfolgen.
Denn Webtechnologien funktionieren am korrektesten über den Safari-Browser. Die Erfahrung von Microsoft Office und dem Google Docs-Dienst zeigt, dass selbst komplexe Softwareprodukte einwandfrei im Browser funktionieren und keine Notwendigkeit für die Entwicklung eines separaten Programms besteht. In diese Richtung versucht sich derzeit auch Apple zu bewegen. Deshalb sollten Unternehmen, die die Entwicklung einer Business-App planen, ihre Aufmerksamkeit auf Web-Apps richten.
Zumal, neben allen bereits genannten Vorteilen, die Entwicklungskosten einer PWA deutlich niedriger sind als bei anderen Apps, während die Geschwindigkeit im Gegenteil höher ist.
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